http://join2-wiki.gsi.de/foswiki/pub/Main/Artwork/join2_logo100x88.png
Die Reliefs des Rigafahrergestühls in St. Nikolai : Stralsund

 ;  ;  ;

2010
Stadtdruckerei Weidner Rostock

Rostock : Stadtdruckerei Weidner 224 S.: zahlr. ill., Kt. ()

Abstract: Das Gestühl ist nahezu einmalig; es existieren kaum weitere Zeugnisse dieser Art. Auf den meisten Kirchengestühlen, die noch heute erhalten sind, wurden kirchliche Themen dargestellt; so zum Beispiel der Schutzheilige der Kompanie. Auf dem Rigafahrergestühl sind dagegen rein profane Themen zu sehen. Drei der vier Relieftafeln zeigen Russen bei der Arbeit: Sie jagen Pelztiere und sammeln Honig und Harz. Die vierte Tafel zeigt den Handel zwischen Russen und den Stralsunder Kaufleuten der Rigafahrer. Die Darstellung der Handelstätigkeit zeugt auch vom Selbstbewusstsein der Händler. Die vier Relieftafeln waren Bestandteil des Altars der Stralsunder Kompanie der Rigafahrer; mittelalterlicher Händler, die im Mittelalter hauptsächlich im Handel mit der Stadt Riga in Livland standen; dort kauften sie vornehmlich Pelze und Honig. Die Rigafahrer entwickelten sich als eigenständige Kompanie aus der Kompanie der Tuchhändler (Gewandschneider); sie sind sowohl in Schuldbüchern der Stadt Riga als auch in Urkunden und anderen Aufzeichnungen der Stadt Stralsund erwähnt. Die Kompanie nannte sich „St. Annen-Bruderschaft“. Das aus Eichenholz bestehende, farbig gefasste Relief wurde wahrscheinlich durch einen Stralsunder Künstler geschaffen. Es entstand um 1360 bis 1370. Urkundlich ist nicht belegt, wo es entstand, jedoch weisen einige Details auf eine Anfertigung vor Ort hin. Zum einen ist ein Transport einer derart großen Schnitzerei zur damaligen Zeit unwahrscheinlich, da die Rigafahrer dies ja auch zu Hause hätten anfertigen lassen können. Auch sind in der Darstellung selbst einige Details, die eine Ortsunkenntnis des Künstlers nahelegen: Die Blätter der Bäume sind zwar sehr fein ausgearbeitet, lassen sich aber keiner bekannten Baumart zuordnen. Zudem fand die Pelztierjagd im Winter statt; die mediterran anmutenden Bäume aber haben noch ihr volles Blattwerk. Auch die Darstellung der Stadt auf Tafel vier ist zwar sehr fein ausgeführt. Eine eindeutige Zuordnung zu einer Stadt ist aber nicht möglich, was bei einem Künstler mit Ortskenntnissen doch wahrscheinlich gewesen wäre. (wikipedia)

Classification:

Note: Verweise: A 124 , T 8210/20 ; <Ikonographie, Kirche; Architektur, Mittelalter; Russefahrergestühl, Russlandfahrergestühl, Nowgorodfahrergestühl>

Research Program(s):
  1. MZJ - Museum Zitadelle Jülich (MZJ-20130101) (MZJ-20130101)

Click to display QR Code for this record

The record appears in these collections:
Dokumenttypen > Bücher > Bücher
Library Catalogue
Öffentliche Einträge
Publikationsdatenbank

 Datensatz erzeugt am 2025-04-30, letzte Änderung am 2025-05-01



Dieses Dokument bewerten:

Rate this document:
1
2
3
 
(Bisher nicht rezensiert)