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Das germanische Königsgrab von Mušov in Mähren : Teil 1 ; [anläßlich des 150jährigen Jubiläums des RGZM, 1852 - 2002]

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2002
Verlag des RGZM/Verlag Dr. Rudolf Habelt in Komm. Habelt Mainz/Bonn
ISBN: 3-88467-076-x

Mainz/Bonn : Verlag des RGZM/Verlag Dr. Rudolf Habelt in Komm. Habelt, Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 55.1, VIII, 310 S., 12 Taf.: zahlr. ill., graph. Darst., Kt. ()

Abstract: Buchreihe doppelt, siehe auch "VFG 235/I-III" ; Das Grab wurde im Spätherbst 1988 bei einer Rettungsgrabung des Archäologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften (Sitz Brünn) entdeckt, kurz bevor das Dorf Mušov im Zuge des Baus der Talsperre Nové Mlýny überflutet wurde. Die Konservierung, Analyse und wissenschaftliche Auswertung der hunderte Fundstücke (darunter römische Prachtgefäße, Waffen und feine Textilien) zog sich über Jahrzehnte hinweg. Der Tote war kein erbitterter Feind Roms, sondern sehr wahrscheinlich ein „Klientelkönig“ – also ein germanischer Herrscher von Roms Gnaden. Das Grab lag nur rund 1,5 Kilometer entfernt von einem gewaltigen römischen Militärlager auf dem nahen Hügel Hradisko (Burgstall). Römische Legionäre (die X. Legion) hatten dort sogar ein massives römisches Badehaus für die lokale Elite errichtet. Ein feindlicher König hätte niemals so nah an einer römischen Festung bestattet werden können. Das Grab quoll über vor römischen Luxusgütern. Neben Silbergeschirr fand man Reste eines echten römischen Schuppenpanzers (Lorica squamata). Solche Rüstungen trugen römische Offiziere. Sie wurden oft als diplomatische Geschenke oder Auszeichnungen an loyale verbündete Herrscher vergeben. Das Grab war zwar schon in der Antike von Grabräubern teilweise beraubt worden, dennoch konnten Anthropologen die Knochenreste analysieren. Dabei kam heraus: Es handelte sich um eine Mehrfachbestattung. In der hölzernen Grabkammer lagen die Überreste von zwei Männern und einer Frau. Der Hauptbestattete war ein kräftiger, älterer Mann (der Fürst), der von engen Vertrauten oder Familienmitgliedern in den Tod begleitet wurde.

Classification:

Note: <Archäologie; Tschechische Republik; Muschau, Mähren; Königsgrab; Grabarchäologie; Elitebestattung; römische Kaiserzeit, Kaiser Marcus Aurelius; markomannischer Fürst, Ballomar (Ballomarius) / Furtius; Vorgeschichte, Frühgeschichte; 2. Jahrhundert n. Chr.; germanischer Stammesverband; „Klientelkönig“; Projekt A8001101/01 Grantagentur Akademie der Wissenschaften Prag; Fundinventar; Bronzefunde, Silberfunde, Metallfunde, Glasfunde; Lanzenspitzen; Kessel, Schüssel; Geschirrfunde, Kochgarnitur; Messer; Rüstungsfunde; Schmuckbeigaben; Beschläge; Feuerstühle; Lampen, Tisch, Mobiliar; Behältnisse; Kosmetikartikel, Salbenzubehör; Glaskrüge, Keramikfunde; Tierknochen>

Research Program(s):
  1. MZJ - Museum Zitadelle Jülich (MZJ-20130101) (MZJ-20130101)

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