| Hauptseite > Publikationsdatenbank > Natur & Antike : der Romantiker Friedrich Nerly in Rom ; [Ausstellungen "Natur & Antike" und "Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen", Museum Kunsthalle und Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen, 14. März – 5. Juli 2026] |
| Book | MZJ-2026-00492 |
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2026
Hirmer Verlag
München
ISBN: 978-3-7774-4659-2, 9783777446592
Abstract: Der deutsche Romantiker Friedrich Nerly (1807–1878) verbrachte prägende Jahre (1829–1835) in Rom und schuf dort Meisterwerke, in denen Natur und die Spuren der Vergangenheit zu einer poetischen Einheit verschmelzen. Das Herzstück dieser Wiederentdeckung ist das monumentale Gemälde „Campagnalandschaft mit Aqua Claudia“ (1836), das nach jahrzehntelangem Depot-Schlaf und aufwendiger Restaurierung erstmals wieder öffentlich zu sehen ist. Das Motiv war damals neu und spektakulär: Die imposanten Ruinen des Aquädukts vor den Toren Roms. Erst seit Ende der 1820er Jahre erwachte das Interesse von Künstlern an dem Monument. Nerly gehörte zu den allerersten Künstlern, die den monumentalen antiken Aquädukt in der römischen Campagna als bildwürdiges Hauptmotiv entdeckten. Zuvor hatte man meist nur die klassischen Ruinen der Innenstadt (wie das Kolosseum) gemalt. Anstatt die Stadt Rom so abzubilden, wie man sie „kannte“, suchte Nerly gezielt nach neuen Blickwinkeln und unberührten, wilden Orten in der Umgebung wie Tivoli und Olevano. Vor der Natur fertigte Nerly sonnendurchflutete Ölstudien, Aquarelle und Zeichnungen direkt unter dem italischen Himmel an (Pleinairmalerei). Im Atelier übersetzte er diesen unmittelbaren, frischen Eindruck dann in melancholisch-romantische Kompositionen. In seinen Bildern ist die antike Ruine keine isolierte Kulisse. Sie wird von der mediterranen Natur überwuchert, von Hirten belebt und geht ganz in der Weite und dem atmosphärischen Licht der Campagna auf. Mit der Fotoserie 'Aqua Claudia', 2014, von Hans-Christian Schink schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart und regt aktuelle Debatten an: über vergessene und wiederentdeckte Orte, über den Wandel unseres Blicks auf das kulturelle Erbe Italiens und über die Geschichte und Zukunft der Wasserversorgung – ein essentielles Thema in Zeiten des Klimawandels. Begleitend wird im Kupferstichkabinett die Ausstellung „Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen“ mit zwei ikonischen Gemälden sowie 50 Papierarbeiten präsentiert. Für Nerly war Venedig ein unerschöpflicher Motivschatz: Der Teilnachlass des Künstlers, der seit 1953 in der Kunsthalle Bremen aufbewahrt wird, umfasst zahlreiche Zeichnungen, die er in den 41 Jahren vor Ort bis zu seinem Tod 1878 geschaffen hat, darunter brillante Impressionen venezianischer Fenster, gotischer Architektur, schwarzer Gondeln und vor Anker liegender Segelschiffe.
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