http://join2-wiki.gsi.de/foswiki/pub/Main/Artwork/join2_logo100x88.png
China 1900 : der Boxeraufstand, der Maler Theodor Rocholl und das „alte China“ ; [Ausstellung, Museum der Stadt Hofgeismar, 25. November 2000 – 4. März 2001; anläßlich des chinesischen Krieges vor 100 Jahren im Jahr 1900]

 ;  ;  ;  ;  ;  ;  ;  ;  ;  ;  ;  ;

2000
Druckerei Gebrüder Zahnwetzer Niestetal-Sandershausen

Niestetal-Sandershausen : Druckerei Gebrüder Zahnwetzer, Die Geschichte unserer Heimat 36, : 1. Aufl.; handschrftl. Widmung Burmeister für Wilhelm Körs; Ausstellungskatalog, VII, 184 S.: zahlr. ill., graph. Darst., Kt. ()

Abstract: Die Publikation und die dazugehörige Ausstellung beleuchten ein dramatisches Kapitel der globalen Kolonialgeschichte an der Wende zum 20. Jahrhundert. Im Zentrum steht der deutsche Schlachten- und Kriegsmaler Theodor Rocholl, der die Strafexpedition der westlichen Großmächte vor Ort dokumentierte, zugleich aber eine tiefe Faszination für die untergehende Kultur des kaiserlichen Chinas entwickelte. Ursächlich war eine gewaltsame, von der Geheimgesellschaft der „Boxer“ (Yihetuan) getragene Volkserhebung gegen den rücksichtslosen Imperialismus westlicher Mächte und Japans. Die Eskalation war die Belagerung des Pekinger Gesandtschaftsviertels und die Ermordung des deutschen Gesandten Klemens von Ketteler im Juni 1900. Die Reaktion war der Einmarsch der multinationalen Achtmächte-Allianz (darunter das Deutsche Kaiserreich, Großbritannien, Russland, USA und Japan) zur gewaltsamen Niederschlagung der Rebellion. Die Plünderung Pekings war die Folge, brutale Strafexpeditionen gegen die Zivilbevölkerung und das Boxerprotokoll von 1901, das China zu immensen Entschädigungen zwang und das Ende der Qing-Dynastie beschleunigte. Rocholl reiste 1900 im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. als offizieller „malender Kriegsberichterstatter“ mit den deutschen Truppen nach Ostasien. Er hielt die Truppenbewegungen, Gefechte und das zerstörte Peking in zahlreichen Skizzen, Aquarellen und Ölgemälden fest. Obwohl er als vaterländischer Militärmaler entsandt wurde, zeigen seine Werke ein hohes Maß an ethnografischem Interesse und oft eine empathische Distanz zum brutalen Vorgehen der Allianz. Abseits des Schlachtfeldes war Rocholl tief fasziniert von der Jahrtausende alten Architektur, Kunst und Lebensweise des kaiserlichen Chinas. Dank Sondergenehmigungen erwarb er vor Ort hochkarätige chinesische Kulturgüter, darunter kaiserliche Seidengewände, Schmuck, Ahnenbilder und Mandarin-Abzeichen. Diese umfangreiche Sammlung und Rocholls künstlerischer Nachlass befinden sich heute im Stadtmuseum Hofgeismar, das diese historischen Verflechtungen regelmäßig in Sonderausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Classification:

Note: <Slg. Wehmeier> ; Verweis: H 907 ; <Künstlermonographie; Kunstgeschichte; Malerei, Graphik; Portrait, Karikatur, Kriegsszenen, Fotografie; 19. Jahrhundert; China; Geschichte; Kulturgeschichte; Soziokultur; Kunsthandwerk, Bronze, Porzellan, Seide, Emaille; Boxeraufstand; Militärgeschichte; Kaiserin Cixi; Kaiser Guanxu; Weltpolitik; Religionsgeschichte; Christianisierung; Missionierung; Christentum; Buddhismus; Ahnenkult; Geheimgesellschaften; Widerstand; Richard Wilhelm, Kulturvermittler, Kiautschou (Jiaozhou), Antikolonialismus, Sinologie; Taku-Forts; Münzen, Orden, Medaillen, Münzwesen; Postwesen; Werner Rabe von Pappenheim; Alfred Graf von Waldersee; Kriegsverbrechen; Kaiser Wilhelm II., "Die Hunnenrede"; Gartenbaukunst; Aufforstung Sanbei; Walter Corsep; chinesische Traditionen, chinesische Architektur, chinesische Kunst, Kalligraphie>

Research Program(s):
  1. MZJ, SW - Sammlung Wehmeier (MZJ-20130101) (MZJ-20130101)

Click to display QR Code for this record

The record appears in these collections:
Document types > Books > Books
Library Catalogue
Public records
Publications database

 Record created 2026-07-16, last modified 2026-07-16



Rate this document:

Rate this document:
1
2
3
 
(Not yet reviewed)