| Hauptseite > Publikationsdatenbank > Die Deutschordensballei Koblenz und ihre wirtschaftliche Entwicklung im Spätmittelalter |
| Book | MZJ-2026-00346 |
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1995
N.G. Elwert Verlag
Marburg
ISBN: 3-7708-1054-6
Abstract: Die Deutschordensballei Koblenz entwickelte sich im Spätmittelalter zu einer der wirtschaftlich erfolgreichsten und strukturell autonomsten Ordensprovinzen im Heiligen Römischen Reich. Durch den gezielten Aufstieg zur Kammerballei im 15. Jahrhundert unterstand sie direkt dem Hochmeister, was ihre finanzielle Sonderstellung festigte. Ab dem 15. Jahrhundert gehörte Koblenz zu den wenigen Kammerballeien. Dadurch flossen Abgaben direkt an den Hochmeister, unter Umgehung des Deutschmeisters. Das Deutschherrenhaus in Koblenz am Zusammenfluss von Rhein und Mosel (Deutsches Eck) diente als administratives und wirtschaftliches Herzstück. Die Ballei kontrollierte mehrere strategisch und wirtschaftlich günstig gelegene Kommenden und Besitzungen entlang der rheinischen und moselländischen Handelswege. Im Gegensatz zu anderen Regionen, in denen der Orden im Spätmittelalter in ökonomische Krisen geriet, bewahrte die Ballei Koblenz eine bemerkenswerte rechtliche und finanzielle Stabilität. Die Ballei stellte ihre Eigenwirtschaft im Spätmittelalter zunehmend auf ein System langfristiger Zeit- oder Erbpachten um, was verlässliche und krisensichere Erträge garantierte. Die enge Verflechtung mit dem regionalen Adel sicherte der Ballei kontinuierlich hochkarätige Zustiftungen und politischen Schutz. Im Zentrum steht der Aufstieg der Ballei zu einer von nur vier hochrangigen Kammerballeien, die direkt dem Hochmeister unterstanden. Der Autor analysiert detailliert das dichte Netz aus rheinischen und moselländischen Kommenden (wie Köln, Mecheln oder Muffendorf), die Funktionsweise der grundherrlichen Verwaltung sowie die dominierende Rolle des regionalen Weinbaus und -handels. Ein unverzichtbares Standardwerk zur Wirtschafts-, Sozial- und Verwaltungsgeschichte des Deutschen Ordens im spätmittelalterlichen Reich.
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