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Medizin in der Antike : aus einer Welt ohne Narkose und Aspirin



2002
Konrad Theiss Verlag Stuttgart
ISBN: 3-8062-1669-x, 9783806216691

Stuttgart : Konrad Theiss Verlag, Reihe Theiss Archäologie & Geschichte 120 S.: zahlr. ill., graph. Darst., Kt. ()

Abstract: Das 120-seitige Werk beleuchtet eindrucksvoll die medizinische Versorgung im Altertum und basiert maßgeblich auf spektakulären Funden aus Arztgräbern der römischen Kaiserzeit. Historisch belegt der Autor, dass Chirurgen im römischen Reich – wie beispielsweise der berühmte Arzt aus Bingen am Rhein – über ein erstaunlich breites Repertoire an Instrumenten (darunter Skalpelle, Schröpfköpfe und Bohrer für Trepanationen) verfügten - Archäologische Rekonstruktion des antiken Sanitätswesens durch Grabbeigaben. Vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. wurden römischen Ärzten oft Teile ihrer echten Operationsbestecke mit ins Grab gelegt. Diese einzigartige Bestattungssitte ermöglicht es der modernen Archäologie, die medizinische Infrastruktur der römischen Kaiserzeit so präzise zu erforschen wie in keiner anderen Epoche der Menschheitsgeschichte. Analyse des medizinischen Alltags und der Praxisräume in einer konservierten römischen Stadt: Durch den Vulkanausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. wurde die medizinische Infrastruktur Pompejis im Moment des Alltags eingefroren. Die Auswertung von Fundorten wie der berühmten Casa del Chirurgo (Haus des Chirurgen) zeigt, dass Instrumente nicht nur im privaten Raum, sondern in spezialisierten Tabernae (Praxen) genutzt wurden, um eine lückenlose zivile Erstversorgung der städtischen Bevölkerung zu garantieren. Untersuchung der medizinischen Arbeitsteilung, der Augenheilkunde und der Arzneimitteltherapie: Die antike Medizin basierte auf einer klaren Differenzierung. Neben Allgemeinmedizinern etablierten sich Fachrichtungen wie die hochgradig mechanisierte Augenheilkunde, die grauen Star mittels Nadeln operierte. Da chemische Wirkstoffe wie Aspirin fehlten, kombinierte die Pharmazie pflanzliche Naturstoffe (Materia Medica) mit mineralischen Zusätzen, deren Rezepturen oft auf Stempeln für Augensalben archäologisch nachweisbar sind. Die Rolle von Frauen in der antiken Chirurgie und Heilkunde: Entgegen der Annahme einer rein männlich dominierten antiken Wissenschaft belegen Inschriften und spezifische Grabfunde mit chirurgischem Besteck die Existenz weiblicher Ärzte (medicae) im Römischen Reich. Diese Frauen waren keineswegs nur Hebammen, sondern führten eigenständig komplexe operative Eingriffe im Bereich der Allgemeinchirurgie durch. Römische Instrumente bestanden primär aus hochwertiger Bronze, Messing oder Eisen. Neben ihrer reinen Funktionalität zeichnen sie sich durch eine auffallende Freude am schönen Dekor aus (z. B. Griffe in Form von Götterstatuetten wie Asklepios). Das Buch grenzt zudem echte archäologische Funde von modernen Fälschungen ab und korrigiert historische Irrwege der Forschung.

Keyword(s): Medicine, Ancient (LCSH)

Classification:

Note: Verweise: AG 843 , FM 44 , H 1430 ; <Antike Rom; Antike Griechenland; Berufe; Ärzte, Chirurgen, Heilkundler, Hebammen; Medizingeschichte, Geschichte; Kulturgeschichte; Götterglaube, Asklepios, Äskulap; Anthropologie; Archäologie; Provinzarchäologie (Bingen am Rhein), Germanien; Altertum; Prähistorie; Arztgräber; Instrumentenkunde, Medizinische Instrumente; Frauengeschichte, Frauenheilkunde, Ärztinnen, Chirurginnen; Tempel, Thermen, Praxen, Arzneien, Kräuter; Kunstgeschichte, Dekor, Reliefs, Statuen; Epigraphik; Pompeji; Augenheilkunde; Pharmazie; Medizinforschung; Trepanation, Zahnmedizin, Schmerztherapie; Lazarette; Fälschungen>

Research Program(s):
  1. MZJ - Museum Zitadelle Jülich (MZJ-20130101) (MZJ-20130101)

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 Datensatz erzeugt am 2026-07-16, letzte Änderung am 2026-07-16



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