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| Book | MZJ-2026-00552 |
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2022
Klett-Cotta Verlag
Stuttgart
ISBN: 978-3-608-11841-4, 9783608985085
Abstract: amerik. Orig.-Ausg. u.d.T.: „The dawn of everything : a new history of humanity“, Allen Lane - Penguin Random House, London/New York, 2021 ; Seit Generationen werden unsere fernen Vorfahren als primitiv und kindlich dargestellt – entweder frei und gleichberechtigt oder brutal und kriegerisch. Zivilisation, so heißt es, sei nur durch den Verzicht auf diese ursprünglichen Freiheiten oder alternativ durch die Zähmung unserer niederen Instinkte zu erreichen. David Graeber und David Wengrow zeigen, wie solche Theorien im 18. Jahrhundert als Reaktion auf die Kritik indigener Völker an der europäischen Gesellschaft entstanden und warum sie falsch sind. Damit stellen sie unser Verständnis der Menschheitsgeschichte, einschließlich der Ursprünge von Ackerbau, Eigentum, Städten, Demokratie, Sklaverei und Zivilisation selbst, auf den Kopf. Gestützt auf bahnbrechende Forschung in Archäologie und Anthropologie zeigen die Autoren, wie Geschichte weitaus interessanter wird, sobald wir beginnen, das zu erkennen, was wirklich da ist. Wenn die Menschen nicht 95 Prozent ihrer evolutionären Vergangenheit in kleinen Gruppen von Jägern und Sammlern verbracht haben, was taten sie dann all die Zeit? Wenn Landwirtschaft und Städte nicht den Abstieg in Hierarchie und Herrschaft bedeuteten, zu welchen Formen der sozialen und wirtschaftlichen Organisation führten sie dann? Die Antworten sind oft unerwartet und legen nahe, dass der Lauf der Geschichte weniger unabänderlich und voller spielerischer Möglichkeiten ist, als wir gemeinhin annehmen. „Der Anbruch von Allem“ verändert unser Verständnis der menschlichen Vergangenheit grundlegend und eröffnet einen Weg, neue Formen der Freiheit und neue Wege der Gesellschaftsorganisation zu imaginieren. Dieses monumentale Werk von beeindruckender intellektueller Bandbreite ist geprägt von Neugier, moralischer Vision und dem Glauben an die Kraft des direkten Handelns. Die Ergebnisse dieses Denk- und Schreibprojektes sind kein Flickenteppich, sondern eine Synthese dieses Dialogs, Sammelns, Koordinierens, Kommentierens, Korrigierens und Komplettierens zur Frage, wie eine neue Menschheit möglich werden kann. ---;--- ekz-Annotation: Mit einem fundamentalen neuen wissenschaftlichen Ansatz wenden sich der Kulturanthropologe D. Graeber, der als Vordenker der Occupy-Bewegung bekannt wurde, und der Archäologe D. Wenggrow gegen Mythen, die eine lineare, teleologische Entwicklung der Menschheitsgeschichte konstruieren. Rezension -;- (ekz): Diesen kühnen Wurf über die Anfänge der Menschheit hat Co-Autor D. Wenggrow nach dem frühen Tod Graebers, der als anarchistischer Vordenker der Occupy-Bewegung international bekannt wurde), fertiggestellt. Er stellt alles in Frage, was bei Hobbes, Rousseau und Nachfolgern nach einem linearen, teleologischen Geschichtsverlauf aussieht. Mythen von einem egalitären Urzustand, von dem ein gerader Weg zur komplexen, hierarchisch strukturierten modernen Gesellschaft führe, demontieren die Autoren, nicht ohne ab und zu spekulativ im Dunkeln zu stochern, mit wissenschaftlichem Furor. Breit zitierte Funde aus Ethnologie und Archäologie belegten: Indigene Kulturen haben in mündigem Aushandeln eine Vielfalt oft paralleler, auf die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasster Formen sozialer Arrangements entwickelt, unter denen sich sogar grosse, nicht hierarchische Gemeinwesen finden.
Keyword(s): Civilization (LCSH) ; Social history (LCSH) ; World history (LCSH)
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